Familienwappen der Familie Klumpp


Vorwort.
JDurch Beschluß der Badischen Historischen Kommission in deren XI. Plenarsitzung im November 1892 wurde dem Unterzeichneten die Bearbeitung des Oberbadischen Geschlechterbuches übertragen, wofür derselbe einen die Buchstaben A und B umfassenden Entwurf seiner Zeit eingereicht hatte.
Es wurde für das in Lieferungen von je ca. 10 Bogen erscheinende Werk festgesetzt, daß in den Rahmen der Arbeit alle dem hohen und niederen Adel, sowie dem Patriziate angehörigen Geschlechter aufgenommen werden sollten, welche seit den ältesten Zeiten bis etwa zur Zeit des dreißigjährigen Krieges auf Oberbadischem Gebiete, d. h. in dem südlich der als Gaugrenze dienenden Oos belegenen Theile des jetzigen Großherzogthums Baden urkundlich auftreten. Es war nothwendig, diese Zeitgrenze zu bestimmen, da, durch die Verhältnisse zur Zeit des dreißigjährigen Krieges bedingt, nunmehr eine starke Einwanderung von außen begann und die Arbeit sonst eine übermäßige Erweiterung erfahren hätte.
Es ist das Bestreben des Bearbeiters gewesen, der in genealogischen Werken älteren Stiles üblichen Redewendungen zur Verherrlichung der behandelten Geschlechter sich zu enthalten und möglichst nur die Daten reden zu lassen. Ein großer Werth wurde auf die den Geschlechtern im Laufe der Zeiten ertheilten Kaiserlichen und Pfalzgräflichen Gnadenbriefe gelegt, wofür das K. und K. Haus-, Hof- und Staatsarchiv und das K. K. Adelsarchiv in Wien, deren Schätze bisher leider noch zu wenig bekannt sind, ein so reichhaltiges Material bieten. Soweit es während eines vierwöchentlichen Aufenthaltes in Wien möglich war, das für die Arbeit in Betracht kommende Material zu sammeln, ist es geschehen.
Einen besonderen Werth hat der Bearbeiter, soweit urkundliches Material hierfür genügend vorhanden war, auf die Stammtafeln gelegt, welche in der gedrängtesten und übersichtlichsten Form die verwandtschaftlichen Beziehungen der Geschlechter darstellen. Der Raumersparniß wegen, besonders bei den Stammtafeln, sowie in den Wappenbeschreibungen, war es erforderlich, Abkürzungen anzuwenden, welche dem Kenner derartiger Arbeiten zwar nicht unverständlich sein werden, welche aber, um jeden Zweifel auszuschließen, nachstehend noch besonders erläutert werden sollen. Ueber die in Wappen- und Siegelbeschreibungen angewandten technischen Ausdrücke geben die heraldischen Handbücher Auskunft.
B.-A. = Bezirksamt; O.-A. = Oberamt; Kl. = Kloster; arg. = argentinensis; Const. = Oon-
stantiensis; R. = Ritter; Ek. = Edelknecht; Jkr. = Junker; arm. = armiger; civ. = civis; can. =
canonicus; Z. = Zeuge; Z. Urk. = Zeuge einer Urkunde; Wwe. = Witwe; rel. = relicta; n. = natus;
f = starb, wenn die Zeit des Ablebens bekannt ist, wogegen «todt» in dem Jahre 1300 bedeutet, dass die Person hier als nicht mehr lebend bezeichnet wird, aber schon lange vorher verstorben sein kann; ux. = uxor; mehrere Ehen einer Person werden mit den Ziffern 1, II, 3, IV etc. numerirt und die aus diesen Ehen hervorgegangenen Kinder demgemäß mit arabischen bez. lateinischen Zahlen bezeichnet; a. d. H. = aus dem Hause; D.-O. = Deutscher Orden; Joh.-O. = Johanniter-Orden; d. d. — de dato; U.-B. = Urkundenbuch; M. S. = Mark Silbers; Zur. W.-R. = Züricher Waijpenrolle; W. = Wappen; H. = Helm; Hd. = Helmdecken; g. = golden oder gelb; s. = silbern; w. = weiß; r. = roth; b. = blau; gr. = grün; ^ == schwarz; nat. = natürlich; gekr. = gekrönt u. s. w.
Berlin, den 3. November 1897.
J. Kindler von Knobloch,
Obcrstlieutenant a. D., Mitglied des Königlichen Heroldsamtes,
Hofchef Sr. Hoheit dos Prinzen Aribert von Anhalt,
Herzoglich Anhaltiseher Kammerherr.
............
Seite 311/312:
Klump, Klumpp. Altes Geschlecht in Radolfzell und Ueberlingen
. Heinrich Kleinheinrich Klump 1468, 1475, 1477, 1487 Stadtammann in Radolfzell, führte
im Schilde einen gegen das rechte Obereck aufwärts gerichteten großen Fisch; Stechhelm: wachsende Jungfrau mit aufgelösten Haaren und tief ausgeschnittenem Kleide, in der rechten Hand eine Rose mit Blätterstiel, in der Linken den Fisch haltend. Auf der Universität Freiburg wurden immatriculirt: Johann Heinrich 1476. 8. 5., Zeno 1489. 19. 10., Johannes 1506. 28. 3., Anton 1514. 8. 4., Jacob 1517. 28. 7., Bernhard 1570, Johann Bernhard und Johann Conrad 1580. 9. 12. Hans Heinrich 1487, 1504, 1508 und Matern 1534, 1539, 1541 Stadtammänner in Radolfzell. Der Letztere erhielt mit seinem älteren Bruder Anton1526. 6. 8. vom Kaiser Ferdinand I ein Wappen: Schrägrechtsgetheilt, oben in # ein schräggestellter g. «Pürstich», unten in S. eine r. Rose mit g. Blitzen; gekr. Stechhelm: wachsende Jungfrau mit aufgelösten g. Haaren, einem Kränzlein von r. und g. Rosen darin, tiefausgeschnittenem g. r. gespaltenem Kleide, w. Brusttuche und g. Halskette, in der Linken den g. Pürstich, in der Rechten eine r. Rose an gr. Stengel haltend; Hd.: ^ g. und r. s. (Gef. Mitth. des K. K. Adels-Archivs.) Anton, Dr. med., wurde 1524 Gesell im Lewen zu Ueberlingen, f 1556; ux.: Ursula Plümi, f 1553. (Grabstein in Ueberlingen.)
Anna, 1555; mar.: Alexander Bollstetter, Stadtschreiber in Radolfzell 1523—1557. (Grabstein in der Pfarrkirche daselbst.) Hans Damian, Dr. med. 1548, 1576, im Schilde ein Fisch. Bernhard, 1557 Vogt zu Bodman, Bürgermeister in Radolfzell 1570, 1572. Elsbeth K.; ihr Gatte der Meister Blasius Widenkeller, Schulmeister in Meßkirch, gab 1558 sein Bürgerrecht in Radolfzell auf. Magdalena 1569 Witwe des Jobias Boeck. Frischhans 1572 Eilfer, 1596 Richter in Ueberlingen. Adam 1595. Gregor, n. Ueberlingen, Dr. med., seit 1581. 22. 9. Stadtarzt in Gmünd, welche Stellung er noch 1593. 13. 7. bekleidete, 1592, 1598 Stadtmedicus in Ueberlingen, f 1627 die S. Georgii, etuxor: Elisabeth Moserin, f 1627 circa festum S. Andreae Apli. (Kirchenbuch Ueberlingen, 22. 5.). Elisabeth 1599, 1601. Marx, 1603, 1604 Ammann in Radolfzell. Johannes Antonius Hanianus K., Med. Dr., heir. Ueberlingen 1614. 16. 1. Magdalena Hänin. Es ist dies wohl der Anton Damian Klump, Med. Dr., welcher vom Kaiser Ferdinand 1627 (die nähere Datirung ergeben die Acten des K. K. Adels-Archivs nicht) in den Adelstand erhoben Avurde, wobei das Wappen 1526 statt des Stechhelmes einen offenen Helm erhielt. Susanna, Tochter des Med. Dr. Anton K. und der Magdalena Hänin, wurde 1629. 9. 2. in Ueberlingen getauft. Anton, 1629 Deutscher Schulmeister in Ueberlingen. Im 17. Jahrhundert lebte Johann Werner Klump, Vogt der Burg Alta, dann Procurator des Konstanzer Kapitels in Eßlingen, f in Konstanz , sep. in der Collegiatkirche S. Johannis daselbst; uxor: Elisabeth, Tochter des Johannes Kuen, Oberprocurators des Konstanzer Domcapitels und der Apollonia Raßler; Kinder: 1) Johann Conrad, lebte in Freiburg; 2) Maria Margaretha, f ledig in Konstanz; 3) Johann Werner, Procurator des Klosters S. Augustini zu Adelhausen bei Freiburg; 4) Christoph; 5) Maria Anna; 6) Agatha. Ohne Zeitangabe finden sich: Hans Joachim, Elfer im Lewen zu Ueberlingen; Johann Heinrich, Johannes K. et uxor Anna Redlich im Seelbuche zu Radolfzell; Dr. Hans Bernhard Klumpp erwarb das Bürgerrecht in Freiburg.
Quelle: Badische Historische Kommission [Hrsg.]; Kindler von Knobloch, Julius [Bearb.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 2): He - Lysser
Heidelberg, 1905 Blatt: 311 und 312